„Werden hier etwa Tiere getötet?“ Über den Nutzen von Kochkursen

Nie­mand lernt in einem Koch­kurs kochen. Allein schon die Vor­stel­lung ist absurd. Kochen ist zual­ler­erst Hand­werk. (Die Koch­kunst im eigent­li­chen Sinn, wie sie Fer­ran Adrià und andere Spit­zen­kö­chin­nen und –köche betrei­ben oder betrie­ben haben, soll für die fol­gen­den Gedan­ken außen vor blei­ben.) Wie jedes Hand­werk ist auch das Küchen­hand­werk in Wahr­heit nur auf eine Art erlern­bar: durch das fort­wäh­rende Tun.

Bild: Der Küchen­meis­ter | mnd.sc

Damit möchte ich natür­lich nicht aus­drü­cken, daß das Ler­nen unter Anlei­tung den meis­ten Men­schen nicht etwas leich­ter fällt. Das stimmt zwei­fel­los. Aber auch der Lehr­be­ruf „Koch/​Köchin“ besteht eben haupt­säch­lich aus Tun und der Wie­der­ho­lung von, ja, auch stumpf­sin­ni­gen (man­che sagen: medi­ta­ti­ven) Tätig­kei­ten. Nur so kann sich die Rou­tine ein­stel­len, die signa­li­siert, daß man ein Hand­werk wirk­lich beherrscht. Diese Rou­tine war frü­her kei­nes­wegs auf den pro­fes­sio­nel­len Bereich beschränkt. Wäh­rend es jedoch vor­mals fast aus­schließ­lich Frauen waren, die der­art fest in die täg­li­che Essens­ver­sor­gung ein­ge­bun­den waren (und es ver­ein­zelt noch sind – mir kommt dazu die tür­ki­sche Groß­mut­ter in den Sinn, die im Akkord Mantı für die Fami­li­en­feier formt), hat sich die Beschäf­ti­gung mit und in der Küche in Bezug auf die Geschlech­ter ega­li­siert: Es fin­det ein­fach fast nie­mand mehr die Zeit, sich täg­lich in die Küche zu stel­len und in ent­spre­chen­dem Umfang zu kochen.

Daher: In einem der übli­chen Koch­kurse für den pri­va­ten Bedarf lernt nie­mand kochen (mehr­tä­gige oder gar –wöchige Spe­zi­al­kurse für aus­ge­lernte Köchin­nen und Köche sind damit natür­lich nicht gemeint). Trotz­dem gehe ich gerne in Koch­kurse. Warum eigentlich?


A Raw Vegan Experience at Tilia’s

Ernäh­rungs­trends beob­ach­tend fällt mir auf, daß im Zuge stei­gen­der Beliebt­heit tier­freier Gerichte und Ernäh­rungs­wei­sen (Hallo, Tier­frei­tag!) auch Lokale eröff­nen, die raw food, also unge­koch­tes Essen, anbie­ten. Nach Wien, schon grö­ßen­mä­ßig der hot­spot in Öster­reich für pflanz­li­che Kost ser­vie­rende Lokale, beob­achte ich nun auch in Graz ein Wachs­tum die­ses Gas­tro­no­mie­seg­ments. Als Fan von Loka­len wie z.B. […]


Zum Bezwingen der Zucchiniberge

Da hat die Gärt­ne­rin letzte Woche Zuc­chini aus Eigen­an­bau mit­ge­bracht und ich weiß nicht, wohin mit dem Zeug. Also ja, rata­touille wäre natür­lich eine Mög­lich­keit, aber für eine Per­son waren’s zu viele Zuc­chini und zum Ein­frie­ren ist rata­touille auch nur bedingt geeig­net. (Daß Katha­rina meine Sicht auf Zuc­chini teilt, habe ich ebenso wie ihr Erweckungsrezept […]


Bei Katharina Prato im Palais

Graz ist ein har­tes Pflas­ter für die geho­bene Gas­tro­no­mie, das hat­ten wir schon bei der Bras­se­rie Sant­ner gese­hen. Das 2011 eröff­nete Prato im Palais hat das noch stär­ker zu spü­ren bekom­men: Insol­venz im letz­ten Herbst, dazu wech­sel­ten die Küchen­chefs in rela­tiv kur­zen Abstän­den. Keine guten Vor­aus­set­zun­gen für einen Lokal­be­such, könnte man mei­nen. Doch wenn einem […]


Die verschollene Salzzitrone

Gut zwei Wochen ist es her, da haben Katha­rina Sei­ser und ich zur gro­ßen Zitrus­pro­duk­te­ver­kos­tung gela­den. Ein Zitrus­fest der Super­la­tive, in allen Dimen­sio­nen. Elf ver­kos­tende Men­schen (neben Katha­rina und mir auch der Web– und Sän­ger­meis­ter, Sarah Satt, Nina Mohimi, Susi Tur­bo­haus­frau, Hanni Rütz­ler, Wolf­gang Rei­ter, Zitrus­gärt­ner Heimo Kar­ner sowie Dag­mar und Robert Gor­don) haben sich […]


(M)ein kleiner Sous-​vide-​Ratgeber: Die Grundlagen

Seit mitt­ler­weile drei Jah­ren koche ich pri­vat nach der Sous-​vide–Methode – höchste Zeit für ein paar per­sön­li­che Betrach­tun­gen und Tips. Wer die­sen Blog liest und die Tech­nik immer noch nicht kennt: Es han­delt sich dabei um hoch­prä­zise kon­trol­lier­tes Nied­rig­tem­pe­ra­tur­ga­ren unter Luft­ab­schluß. Übli­cher­weise erreicht man das durch ein tem­pe­ra­tur­ge­re­gel­tes Was­ser­bad oder einen Dampf­ga­rer in Ver­bin­dung mit […]


Foodcamp 2014 – Ein Klassentreffen

Nach dem Food­camp 2013 und dem Baking Ate­lier letz­ten Herbst war ich ja nun nicht mehr ganz New­bie und hatte mich schon auf eine Spon­tan­aus­wahl der Ses­si­ons vor Ort ein­ge­stellt. Auf­grund Teil­neh­me­rIn­nen­zahl­be­schrän­kung bei den prak­tisch ori­en­tier­ten Work­shops muß­ten dann zwei Wahl­mög­lich­kei­ten im Vor­hin­ein genannt wer­den – ich bekam hier die Wunsch-​Session „Es gibt Reis, Baby!“ […]


Die Sache mit der Wurst (oder: In Wurst We Trust)

Öster­reich liebt Wurst – und das nicht erst seit ges­tern Nacht. Laut einer Erhe­bung aus dem Jahr 2009 liegt der Monats­ver­brauch bei üppi­gen 1,3 Kilo­gramm pro Kopf allein zuhause (ohne Gas­tro­no­mie). Was genau drin ist und wie man denn die Brat­würs­tel für den Grill eigent­lich her­stellt, weiß aber kaum jemand. Trotz des zwei­fel­haf­ten Rufs, hauptsächlich […]


Im Freyenstein zählen die inneren Werte

Eigent­lich wollte ja die Wein­haue­rin mit über innere(n) Werte phi­lo­so­phie­ren, vor drei Wochen im Frey­en­stein, aber dann zog sie doch die Zwei­sam­keit der Berge vor. Den müh­sam ergat­ter­ten Tisch (OK, dank des neuen Freyenstein-​Newsletters war ich noch vor Seve­rin Cor­tis Arti­kel im Stan­dard dabei) wie­der frei­ge­ben? Nie im Leben! Nach ein biß­chen Her­um­fra­gen fand sich […]


Im Gärtopf: Karfiol nach indischer Art

Es gärt im Topf. Schuld sind Leu­co­no­s­toc mesen­te­ro­ides und seine Kum­pa­nen aus der Ord­nung der Milch­säu­re­bak­te­rien. Auf­ge­wach­sen bin ich mit ihnen nicht. Sieht man vom gele­gent­li­chen Sau­er­kraut zum Schweins­bra­ten ab, kam kein milch­sau­res Gemüse auf den Tisch. West­lich von St. Pöl­ten legt man in Essig ein. Salz­gur­ken kann ich immer noch nicht aus­ste­hen, weder die […]