Autor(inn)enarchiv: Der Küchenmeister

Der Küchen­meis­ter arbei­tet als Infor­ma­ti­ker und dilet­tiert in sei­ner Frei­zeit am Herd und Zir­ku­la­tor. Seit eini­gen Jah­ren gilt sein beson­de­res Inter­esse den moder­nen Küchentechniken.

Der platonische Panettone

Mit einem Face­book-Posting von Susi hat alles begon­nen. Wel­cher denn der beste Panet­tone sei, den man in Wien bekom­men könne, wollte sie wis­sen. Und gab es nicht eh schon den von Katha­rina Sei­ser ins Leben geru­fe­nen Wie­ner Jour Doux? Da müßte doch auch Panet­tone …? Nein, lei­der: Punsch­krap­fen, Maro­ni­her­zen, Krap­fen, Oster­pin­zen, Crois­sants, Top­fen­go­lat­schen – kein Panettone. 

Emp­feh­lun­gen gab es natür­lich zuhauf, hier gebackene (Kas­ses) wie impor­tierte (Casa Caria, Crupi). Doch wel­chen Panet­tone will man nun wirk­lich den Lieb­sten am Weih­nachts­tag ser­vie­ren?

Statt Heringsschmaus: Räucherfisch & rote Rüben

Der klas­si­sche Herings­schmaus mit üppi­gen Mayon­naise-Sala­ten gehört nicht zu mei­nen Lieb­lings­eß­an­läs­sen. Um sich dem hie­si­gen katho­li­schen Gepräge aber zumin­dest for­mal anzu­pas­sen, emp­feh­len wir statt­des­sen diese „Fasten­speise“, die win­ter­li­ches Wur­zel­ge­müse mit fei­nem Räu­cher­fisch (bei uns Saib­lings­fi­let von biofisch.at) und Sonne ver­hei­ßen­den Zitro­nen kombiniert. 

Statt des Foodcamps 2015

Heute hätte eigent­lich das Food­camp 2015 statt­fin­den sol­len. Tut es natür­lich nicht, sonst hätte ich gar nicht die Zeit, diese Bei­trag zu schrei­ben. Die Gründe für die Ver­schie­bung ste­hen im Moment ebenso in den Ster­nen wie das Datum. Ein neuer Ter­min „für Novem­ber“ ist zwar in Aus­sicht gestellt, aber offen­bar noch nicht fixiert. Ich hoffe jeden­falls sehr, daß alles klappt (wobei ich bei Dani & Nina da sowieso zuver­sicht­lich bin) – #food­vie war seit 2012 immer der Sze­nehö­he­punkt des Jah­res. Wo sonst gibt es in Öster­reich die Gele­gen­heit, sich mit so vie­len genuß­in­ter­es­sier­ten Blog­ge­rin­nen und Blog­gern fach­lich aus­zu­tau­schen?

Sonne und Meer am Teller Risotto ai gamberi e cedri

Kaum eine Frucht ver­kör­pert für uns so sehr Ita­lien, wie die Zitrone. Ob als Limon­cello, als gelato oder im pollo al limone, die gelbe Zitrus­frucht ver­brei­tet selbst an trü­ben Regen­ta­gen ita­lia­nità – noch mehr aber wäh­rend der Tro­pen­wo­chen im Juli. Da traf es sich gut, daß die Gärtnerin einige Tage zuvor bei Casa Caria ein­kau­fen war und zusätz­lich zum geplan­ten Sackerl cipolle rosse di Tro­pea auch noch ein paar cedri mit­ge­bracht hatte. Cedri oder Zedrat­zi­tro­nen (Citrus medica) sind eine der weni­gen natür­lich vor­kom­men­den „Ursorten“, wäh­rend die mei­sten Zitrus­früchte Kreu­zun­gen sind.

Abschied von der Brasserie Santner

Knapp mehr als drei Jahre ist sie alt gewor­den, die Bras­se­rie Sant­ner. Ein bis­serl gefrem­delt hat das Gra­zer Publi­kum von Anfang an mit Ger­not Sant­ners Vision einer geho­be­nen fran­zö­si­schen Küche. Obwohl Noch-Küchen­chef Tho­mas Ser­ret diese durch­aus boden­stän­di­ger als sein Vor­gän­ger Ste­fan Prie­ler inter­pre­tiert, hat sich am grund­le­gen­den Miß­ver­ständ­nis offen­bar wenig geän­dert. Mit Ende des Monats schließt das Lokal dau­er­haft

Wer es trotz unse­rer drin­gen­den Emp­feh­lun­gen in den letz­ten Jah­ren immer noch nicht ins fran­zö­si­sche Graz geschafft hat: Bis ein­schließ­lich Don­ners­tag gibt es noch nor­ma­len Restau­rant­be­trieb; am Frei­tag, den 31.

Schnitzel jagen für den Garten Vienna Foodie Quest 2015

Wäh­rend unsere inhäu­si­gen Kuli­na­rik­ak­ti­vi­tä­ten umzugs- und küchen­re­no­vie­rungs­be­dingt noch auf Spar­flamme lau­fen (ja, rich­tig, des­we­gen auch die lange Blog-Pause), sorgte die von Sarah Kro­bath orga­ni­sierte Vienna Foo­die Quest vor drei Wochen trotz brü­ten­der Hitze für ordent­lich action in der Stadt. 

Fünf­zehn Teams hat­ten sich auf Sarahs Ein­la­dung hin am Start­punkt „Zum roten Bären“ ver­sam­melt, um nach Ent­ge­gen­nahme eines VFQ-But­tons und der Liste mit den elf Auf­ga­ben zur kuli­na­ri­schen Schnit­zel­jagd quer durch Wien auf­zu­bre­chen.

Koscheres Coleslaw

Ganz koscher war nicht alles, was wir vor zwei Wochen ser­viert haben, trotz des Fest­mahl­the­mas „Jüdi­sche Küche“ (Roh­milch­käse ohne tie­ri­sches Lab sind ziem­lich sel­ten). Die­ses Coles­law nach einem Rezept von Clau­dia Roden aber schon. Da es ohne Mayon­naise aus­kommt, paßt es auch wun­der­bar zum heu­ti­gen #tier­frei­tag.

Ein bis­serl adap­tiert hab ich natür­lich schon: Deut­lich mehr Senf (ein Eßlöf­fel statt eines Tee­löf­fels) und dafür keine Papri­ka­schote. Oh, und mari­niert wird in die­ser Küche natür­lich mit Vaku­um­un­ter­stüt­zung (wer kein Vaku­um­ier­ge­rät, dafür aber Zeit hat, kann den Kraut­sa­lat aber auch ein­fach über Nacht im Kühl­schrank durch­zie­hen lassen).