Habe ich alle paar Tage ein Rezept versprochen? Das muß ein anderes Ich gewesen sein. Was inzwischen geschah? Ein Besuch bei Frl. Kirschenkompott im hohen Norden der Niederlande (samt Verkostung einheimischer „Delikatessen“ – OK, die frittierten Muscheln und der haring waren richtig gut, aber beim Gedanken an die Fleischkroketten schüttelt’s mich immer noch), das #twitcook07 in den Räumlichkeiten der Kochschule ichkoche.at und die heurige Auflage unserer alljährlichen Burgenlandtournée.
Autor(inn)enarchiv: Der Küchenmeister
Gemüse, gut gefüllt: Zeytinyağlı Domates Dolması
Nachdem die Weinhauerin und ich von unserem Besuch beim Frl. Kirschkompott zurück sind, gibt es heute wie versprochen das erste Rezept unserer Gezi-Park-Tour. Claudia Rodens gefüllte Paradeiser Zeytinyağlı Domates Dolması habe ich relativ geradlinig nachgekocht. Allerdings hatte ich statt der von ihr empfohlenen großen (Fleisch-)Paradeiser deutlich kleinere Exemplare zur Verfügung. Als Teil einer Meze-Platte paßt das aber eh viel besser, finde ich. Eine weitere Veränderung: Ich habe den abtropfenden Saft von den beim Aushöhlen zurückbleibenden Resten aufgefangen und mit etwas Wasser aufgefüllt zum Garen der Reisfülle verwendet.
Every Saturday I’m çapuling: Einmal quer durch die türkische Küche
Çapuling! war das ausgelobte Motto für unseren kulinarischen Ausflug in die Türkei Ende August. Auf Tränengas und Pfefferspray für das echte Gezi-Park-Aroma haben wir dann aber ebenso verzichtet wie auf Kolonya. Authentizität ist schon als Ziel zweifelhaft und mehr als ein respektvoller Umgang mit den Traditionen und Zutaten einer Küche ist für non-natives ohnehin fast nicht möglich.
Mit der türkischen Küche ernsthaft in Kontakt gekommen bin ich erst bei unserer letztjährigen Istanbul-Reise.
Food Porn für ein regnerisches Wochenende: Ein Sommerabend im Freyenstein
Sieht so aus, als hätte ich es geschafft: Ich gehe im Freyenstein als Stammgast durch. Obwohl, vielleicht war’s ja auch das Verdienst der Weinhauerin, mit der ich Ende Juli wieder einmal dort eingekehrt bin. Der Anlaß? Eigentlich keiner, aber angesichts der damals herrschenden Hitzewelle wollten wir unsere Menübesprechung für das diesjährige Fischfestmahl (ja, ich weiß, das fehlt ebenso wie das vegetarische hierorts immer noch – ich gelobe hoch und heilig Besserung!) auf jeden Fall in einem Gastgarten abhalten – und der des Freyenstein ist einfach phantastisch.
Vielleicht war auch Meisterkoch Meinrad Neunkirchner einfach nur besonders gut aufgelegt, als er uns außertourlich mit einem Flußkrebs auf pochierter Ringlotte mit Currykraut und Sesam begrüßte (letzterer für die paar Körndln übrigens erstaunlich intensiv).
Eine kleine Sous-vide-Bibliographie
Knapp ein Jahr ist es jetzt her, daß ich meinen Sous-vide-Vortrag am Foodcamp Vienna gehalten habe. Inzwischen beschäftigen sich immer mehr Küchenamateurinnen und ‑amateure mit dieser Garmethode – und die Küchengerätehersteller ziehen nach. Nur die Gebrauchsanleitungen und Rezepte lassen bei diesen Heimgeräten meist zu wünschen übrig. Sei es, weil man den Konsumentinnen und Konsumenten nicht „zu viel“ zumuten will (Schweinsfilet medium rare), weil man Angst vor Klagen hat und hygienetechnisch auf absoluten overkill setzt oder weil sich die Gerätehersteller selbst nicht so genau auskennen.
Vitales Spielzeug: Vitamix TNC 5200
Freitag ist ein neues Spielzeug bei mir gelandet. Ein Standmixer beziehungsweise Blender, wie das auf gut Amerikanisch heißt. Also nicht irgendein Blender, sondern ein high-power blender. Genauer: Ein „Vitamix TNC 5200″. In Europa werden diese Geräte offenbar fast ausschließlich für die Rohkost- und Smoothie-Szene vermarktet. Wobei es nicht verwunderlich ist, daß die Verbreitung in heimischen Küchen im Vergleich zu den USA gering ist. während man sich auf eGullet über den „lächerlich hohen“ Preis von 400 Dollar beschwert, kostet das gleiche Modell hierzulande um die 600 Euro – also ziemlich genau das Doppelte.
Braucht man das, wenn man sich nicht primär von green smoothies zu ernähren gedenkt?
Falscher Ribiselkuchen (mit echtem Rhabarber)
Eine meiner liebsten Kindheitserinnerungen dreht sich um den Ribiselkuchen meiner Mutter. Noch warm vom Blech genascht, ein Traum! Die sommerlichen Temperaturen waren für mich der Anlaß, dieses alte „Familienrezept“ (es stammt der Fama nach aus einem Haushaltslehrbuch meiner Tante, aber ganz genau weiß das niemand mehr) nachzubacken.
Leider hat Ribiselsaison noch nicht begonnen, aber bis dahin können wir uns mit einem Rhabarberkuchen trösten. Das Rezept ist eh ident, bis auf die Beeren halt.