»Wohin?«
»Nach Stambul.«

Karl May: Von Bagdad nach Stambul

Von Wien nach Stambul

Blick über das Goldene Horn vom Hotelzimmer aus
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc
Kurz nach fünf ruft der Muez­zin zum ersten Mal. Der Gebets­ruf aus den etwas über 2500 laut­spre­cher­ver­stärk­ten Keh­len ver­schmilzt zu einem Tosen, das den Groß­stadt­lärm über­tönt. Auch an mei­nem drit­ten Tag in Istan­bul zei­gen sich meine Ohr­stöp­sel – anders als ich – davon unbe­ein­druckt.

Erst um acht Uhr beginnt mein Tag. Früh­stück im Hotel: Die Aus­wahl zwi­schen Oli­ven, ver­schie­de­nen (Frisch-)Käsen (inkl. einer Art Lip­tauer mit Kräu­tern), Halva und Honig­wa­ben auf der einen Seite respek­tive den warm­ge­hal­te­nen inter­na­tio­na­len Ver­ir­run­gen Brat­wür­stel, -erd­äp­fel und Rührei (keine Eier­speis!) auf der ande­ren Seite fällt nicht schwer.

Offene Gewürze im Basar
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc
Danach auf zum Basar. Der große Basar wie erwar­tet (tou­ri­stisch), die Gasse der Buch­händ­ler ent­äu­schend (nur noch ein ein­zi­ges Anti­qua­riat). Danach wei­ter zur Süley­ma­niye-Moschee (sehr schön, ein­drucks­vol­ler noch als die Sul­tan-Ahmet- AKA „Blaue Moschee“) und zum Gewürz­ba­sar. Die näch­ste Ent­täu­schung: Hübsch ange­richte Berge von (meist gemah­le­nen) Gewür­zen, aber die Aus­wahl am Nasch­markt ist bes­ser. Sum­ach, Paprika- und Chi­lif­locken, „indi­scher Safran“ (Kur­kuma), Ing­wer, Za’atar, Sesam, gemah­le­ner Kori­an­der, schwar­zer Pfef­fer. Viel mehr scheint es nicht zu geben.

Oder doch? Etwas abseits kaufe ich ein Kilo­gramm geschälte unge­sal­zene Pista­zien – die habe ich in Wien bis jetzt ver­geb­lich gesucht. Hat wer eine Quelle? Bis auf wei­te­res ist die grüne Ein­lage für meine Paste­ten jeden­falls gesi­chert.

Gegrillter Fisch
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc
Nach den Basa­ren über die Galat­ab­rücke nach Kara­köy. Auf der Brücke eine ganze Heer­schar von Ang­lern. Haupt­säch­lich fischen sie Sprot­ten, die Lei­nen haben daher oft fünf und mehr Haken. Direkt am Fisch­markt trin­ken wir nur eine Tasse Çay, zum Mit­tag­essen führt uns istan­bu­leats zu einem win­zi­gen Lokal zwei Gas­sen wei­ter. Ein High­light!

(Fort­set­zung folgt.)


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Der Küchenmeister

<p>Der Küchen­meis­ter arbei­tet als Infor­ma­ti­ker und dilet­tiert in sei­ner Frei­zeit am Herd und Zir­ku­la­tor. Seit eini­gen Jah­ren gilt sein beson­de­res Inter­esse den moder­nen Küchentechniken.</p>

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