Frl. Kirschenkompott ist Teil des Wissenschaftsproletariats und denkt beruflich über Landschaften nach. Ihre Leidenschaft gilt dem Reisen und (Suppe-)Essen.
„Zitrone schmeckt mir besser.“ Mit dieser dahingesagten Kleinigkeit brachte ich mich vor ein paar Wochen ziemlich in die Bredouille, als ich die Marmeladegläser, die ich ich während der verspäteten Weihnachtsferien in der Residenzstadt erhalten und als kulinarische Kuriositäten in den calvinistisch Norden geschleppt hatte, aufmachte und mir die Marmelade, aus Ermangelung eines Briochekipferls, zwangsläufig auf ein Croissant schmieren mußte.
Es ist nun doch schon ein wenig her, Anfang Juni, als ich das Vergnügen hatte im Dienste der Wissenschaft und Hochschulzusammenarbeit eine Woche in Shanghai verbringen zu dürfen. In der Haupt- und Residenzstadt über einem kantonesischen Lokal wohnend und mitunter am Geruch der unvermeidlichen „gebackenen Bananen“ leidend (für die lohnt sich allerdings eine Reise nach Madagaskar: reif geerntet und frisch frittiert am Markt und in Straßenküchen, schmecken sie dort wirklich zum Niederknien), hat die chinesische Küche bei mir nicht unbedingt immer einen Stein im Brett.
Essen am Markt und entlang der Straße oder gekauft aus dem Busfenster ist für mich eine der besten Arten, lokales Essen kennenzulernen.