Autor(inn)enarchiv: Der Küchenmeister

Der Küchen­meis­ter arbei­tet als Infor­ma­ti­ker und dilet­tiert in sei­ner Frei­zeit am Herd und Zir­ku­la­tor. Seit eini­gen Jah­ren gilt sein beson­de­res Inter­esse den moder­nen Küchentechniken.

#tierfreitag

Will­kom­men beim ersten #tier­frei­tag. Katha­rina Sei­ser hat die­sen Neo­lo­gis­mus letzte Woche geprägt und ich greife ihn gerne hier auf. Schon wäh­rend ihres vega­nen Selbst­ver­suchs habe ich kurz daran gedacht, das Schlag­wort „vegan“ hier im Blog zu akti­vie­ren („vege­ta­risch“ gibt es ja), aber ich habe es ange­sichts all des ideo­lo­gi­schen Bal­lasts, den die­ser Begriff mit sich bringt, dann doch nicht getan. 

Nun also der #tierfreitag (die ver­schie­de­nen Les­ar­ten fin­det ihr bei Katha­rina). Damit wer­den hier in Zukunft alle rein pflanz­li­chen Rezepte gekenn­zeich­net.

migration culinaire #4: Georgien

Die von Hanni Rütz­ler und Wolf­gang Rei­ter gestar­tete Reihe migra­tion culin­aire ent­führt uns regel­mä­ßig in die unbe­kann­ten Wel­ten regio­na­ler Pri­vat­kü­chen. Nach einem Aus­flug in die Tür­kei und nach Ost­afrika (lei­der krank­heits­hal­ber ver­paßt) war im Okto­ber 2013 der (gar nicht so) ferne Kau­ka­sus an der Reihe: Georgien. 

Wie üblich gab es als erstes eine kurze Ein­füh­rung und Vor­stel­lung des Teams durch Wolf­gang Rei­ter: Mañana Nin­i­dze und Tamara Agia­sh­vili zeich­ne­ten für uns leib­li­ches Wohl ver­ant­wort­lich wäh­rend Merab Ninidze und Tat­jana Alex­an­der für geor­gi­sche Lite­ra­tur lesen würden. 

Dann wur­den auch schon die ersten Spei­sen aufgetragen: 

  • ბადრიჯანი ყველით (Badri­jani q’ve­lit): Gebra­tene Melan­zani, Sau­er­rahm, Käse
  • ნიგვზიანი ბადრიჯანი (Nigv­ziani badri­jani): Gebra­tene Melan­zani, Wal­nüsse, getrock­ne­ter Kori­an­der, Schab­zi­ger­klee, Safran
  • ჭარხლის ფხალი (Ch’arkh­lis pkhali): Rote Rüben, Wal­nüsse, getrock­ne­ter Kori­an­der, Schab­zi­ger­klee, fri­scher Kori­an­der, Estragon
  • ხაჭაპური (Khach’ap’uri): Teig, Käse, Ei

Die gru­si­ni­schen Weine waren ja in der gan­zen Sowjet­union berühmt.

Blast from the Past: Pomeranzenessenz

Zu viele Pome­ran­zen übrig und die Mar­me­lade sta­pelt sich schon? Dann wird es Zeit für einen klei­nen Aus­flug in die Früh­ge­schichte der deutsch­spra­chi­gen Cock­tail-Lite­ra­tur. In „Die moder­nen Getränke“ beschreibt Franz Josef Beu­tel all die hip­pen Drinks und Milch­misch­ge­tränke der jeu­nesse dorée – des Jah­res 1911, wohlgemerkt. 

Das war noch die Zeit, als der bar­ten­der von Welt seine liqueurs selbst zu mischen pflegte. Und dazu benö­tigte er (die erste Frau­en­be­we­gung kam erst lang­sam auf Tou­ren) aller­lei Essen­zen und Tink­tu­ren als Basis­pro­dukte.

Bitter, nicht süß: Tomr’s Tonic

Der Gin & Tonic hat eine lange und glor­rei­che Tra­di­tion. Die fei­ne­ren Details der Zube­rei­tung die­ses Erfri­schungs­ge­tränks aus den Tagen des Bri­tish Empire sol­len ja schon man­che Freund­schaft zer­stört haben (Limette oder Zitrone? Gurke gar? Häre­ti­ker!). In den letz­ten Jah­ren sind auch immer mehr craft gins auf­ge­kom­men, die den Lieb­ha­be­rin­nen und Lieb­ha­bern des Gin & Tonic fei­nere und vor allem unter­schied­li­chere Aro­men und Geschmacks­no­ten ver­spre­chen. Doch was ist mit der men­gen­mä­ßig viel wich­ti­ge­ren Kom­po­nente, dem Tonic?

Kısır – ein Festsalat

Letz­tes Jahr gab’s zu Sil­ve­ster Hum­mer und Austern, zum Jah­res­wech­sel 2013/2014 haben wir uns auf ein low bud­get-Pro­gramm beschränkt: Was der Tief­küh­ler an hal­ben Ter­ri­nen (Kanin­chen, Reh) so aus­ge­spuckt hat, ein biß­chen anti­pa­sti misti die Tro­pea von Casa Caria. Dazu noch fast zehn Liter Erd­äp­fel­gu­lasch nach dem Rezept von Katha­rina Sei­ser und Mein­rad Neun­kirch­ner (ja, aus je fünf Kilo Erd­äp­fel und Zwie­beln). Nach­dem das doch alles eher üppig war, haben wir natür­lich noch einen schön sau­ren Salat dazu gebraucht.

Stefan Prieler verläßt die Brasserie Santner – (fast) ein Abschiedsessen

Ein­ein­halb Jahre gibt es die Bras­se­rie Sant­ner nun und in die­ser Zeit hat sich Küchen­chef Ste­fan Prie­ler vier­zehn Gault Mil­lau-Punkte und eine Haube erkocht. Lei­der hatte das Gra­zer Publi­kum mit Ger­not Sant­ners Kon­zept einige Schwie­rig­kei­ten. Von wegen zu kleine Por­tio­nen und so. Klar, wenn man à la carte ißt und sich auf Vor‑, Haupt- und Nach­speise beschränkt, mag da etwas dran sein. Nur dafür geht man doch nicht in ein Lokal die­ser Liga? Die seit eini­gen Mona­ten ver­grö­ßer­ten Por­tio­nen ver­un­mög­li­chen es, im Magen Platz für den Fünf­gän­ger oder gar einen (geteil­ten!) Käse­tel­ler zum Abschluß fin­den.

Orient und Okzident am Teller

Und dann war’s schon wie­der vor­bei. Vor genau einer Woche fand das letzte Abend­essen unse­rer klei­nen Din­ner-Runde statt. Gast­ge­be­rin Bine von „Bine kocht!“ hatte uns schon bei mei­nem Gans­les­sen eine Woche vor­her mit per­so­na­li­sier­ten Ein­la­dun­gen über­rascht: Vin­tage Asia war also ange­sagt. (Mein eige­nes Menü wird nicht ganz aus­ge­las­sen, keine Sorge, aber per­fek­tio­ni­stisch wie üblich möchte ich natür­lich auch die Her­stel­lung ange­mes­sen doku­men­tie­ren, weil spe­cial cir­cum­stances und so … ich bitte daher die geneigte Lese­rin­nen- und Leser­schaft noch ein biß­chen Geduld mit mir zu haben.) 

Aber zurück zu Bines opu­len­tem Abend­mahl.