Die verschollene Salzzitrone

Gut zwei Wochen ist es her, da haben Katha­rina Sei­ser und ich zur gro­ßen Zitrus­pro­duk­te­ver­ko­stung gela­den. Ein Zitrus­fest der Super­la­tive, in allen Dimen­sio­nen. Elf ver­ko­stende Men­schen (neben Katha­rina und mir auch der Web- und Sän­ger­mei­ster, Sarah Satt, Nina Mohimi, Susi Tur­bo­haus­frau, Hanni Rütz­ler, Wolf­gang Rei­ter, Zitrus­gärt­ner Heimo Kar­ner sowie Dag­mar und Robert Gor­don) haben sich einen Abend lang mit 34 ver­schie­de­nen Zitrus­va­ria­tio­nen beschäftigt: 

  • 1 × Limo­na­den-Limo­nade
  • 18 × Mar­me­lade (6 × Pome­ran­zen, 5 × Meyer-Zitrone, 3 × Ber­ga­motte, 4 × Blon­do­range bzw. gemischt)
  • 1 × Bergamotten-Cedro-Sirup
  • 5 × Salz­zi­trus (3 × Meyer-Zitrone, 1 × „nor­male“ Zitrone, 1 × Bergamotte)
  • 8 × Zitrus in Alko­hol (1 × Oran­gen­wein, 1 × Meyer-Zitro­nen-Liqueur, 1 × Kum­quat-Liqueur, 1 × Pome­ran­zen-Liqueur, 1 × Meyer-Zitro­nen-Ansatz – fünf Pro­zent in Was­ser, 1 × Pome­ran­zen­es­senz – ca.
Glas mit Meyer-Salzzitronen und Gewürzen
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc

Die Sache mit der Wurst (oder: In Wurst We Trust)

Öster­reich liebt Wurst – und das nicht erst seit gestern Nacht. Laut einer Erhe­bung aus dem Jahr 2009 liegt der Monats­ver­brauch bei üppi­gen 1,3 Kilo­gramm pro Kopf allein zuhause (ohne Gastro­no­mie). Was genau drin ist und wie man denn die Brat­wür­stel für den Grill eigent­lich her­stellt, weiß aber kaum jemand. Trotz des zwei­fel­haf­ten Rufs, haupt­säch­lich der Ver­wer­tung von Schlacht­ab­fäl­len zu die­nen, gehö­ren Wür­ste zum Besten, was man aus toten Tie­ren machen kann. Wurst­sor­ten und ‑vari­an­ten gibt es unzäh­lige, von der fran­zö­si­schen Andouil­lette bis zur deut­schen Zer­ve­lat­wurst. Katha­rina Sei­ser listet einige davon in ihrem Wurst-ABC auf.

Aufgeschnittene Bratwurst mit Senf und Kren
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc

Tamales costeños für Bushcooks Kitchen

Doro­thée fei­ert das drei­jäh­rige Blog-Jubi­läum von Bush­cooks Kit­chen mit viel Soul. Mit Soul food, um genau zu sein. Das trifft sich gut mit unse­rem mexi­ka­ni­schen Fest­mahl vom letz­ten Wochen­ende. Tama­les sind quasi die Inkar­na­tion der mexi­ka­ni­schen Seele. Die Taschen aus nix­tama­li­sier­tem Mais­mehl, mit viel Schmalz und ganz unter­schied­li­chen Fül­len, wer­den mei­stens gedämpft. Als Hülle wer­den ver­schie­dene Pflan­zen­blät­ter benützt (am häu­fig­sten Mais- oder Bananenblätter). 

Unsere Tama­les coste­ños („Tama­les aus der Küsten­re­gion“) stam­men von der Halb­in­sel Yuca­tán.

Heiße Tamales costeños und andere Botanas
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc

Pick-me-up für die Ballsaison

Die heu­rige Ball­sai­son ist zwar schon (fast) zu Ende, aber auch vor dem Herings­schmaus am Ascher­mitt­woch lei­stet ein Pick-me-up mög­li­cher­weise gute Dien­ste. Nach­dem es neben Ber­ga­mot­ten bei Casa Caria auch wie­der etwas mehr Oran­gen sein durf­ten und ich die Scha­len kan­die­ren wollte, war dies­mal Gelée ange­sagt. Ein kla­res, das heißt trans­pa­ren­tes, Oran­gen-Gelée wohl­ge­merkt. Man würde mei­nen, daß es dazu tau­sende Rezepte im Netz gibt, aber nichts da. 

An die­ser Stelle hätte ich mir ja den­ken kön­nen, daß es einen Haken gibt, aber dazu bin ich zu stur­schä­delig. Noch dazu, wo ich bei mei­ner Suche doch über die­ses Cam­pari-Orange-Gelée von stef stuff gestol­pert bin (Link lei­der nicht mehr ver­füg­bar).

Ein offenes Gläschen Campari-Orange-Gelée
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc

Blast from the Past: Pomeranzenessenz

Zu viele Pome­ran­zen übrig und die Mar­me­lade sta­pelt sich schon? Dann wird es Zeit für einen klei­nen Aus­flug in die Früh­ge­schichte der deutsch­spra­chi­gen Cock­tail-Lite­ra­tur. In „Die moder­nen Getränke“ beschreibt Franz Josef Beu­tel all die hip­pen Drinks und Milch­misch­ge­tränke der jeu­nesse dorée – des Jah­res 1911, wohlgemerkt. 

Das war noch die Zeit, als der bar­ten­der von Welt seine liqueurs selbst zu mischen pflegte. Und dazu benö­tigte er (die erste Frau­en­be­we­gung kam erst lang­sam auf Tou­ren) aller­lei Essen­zen und Tink­tu­ren als Basis­pro­dukte. Auch die waren selbst­ver­ständ­lich selbst anzu­set­zen.

Pomeranzenessenz in Fläschchen abgefüllt
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc

Dafür sollst du schmoren! – İmam bayıldı

Habe ich alle paar Tage ein Rezept ver­spro­chen? Das muß ein ande­res Ich gewe­sen sein. Was inzwi­schen geschah? Ein Besuch bei Frl. Kir­schen­kom­pott im hohen Nor­den der Nie­der­lande (samt Ver­ko­stung ein­hei­mi­scher „Deli­ka­tes­sen“ – OK, die frit­tier­ten Muscheln und der haring waren rich­tig gut, aber beim Gedan­ken an die Fleisch­kro­ket­ten schüttelt’s mich immer noch), das #twitcook07 in den Räum­lich­kei­ten der Koch­schule ichkoche.at und die heu­rige Auf­lage unse­rer all­jähr­li­chen Bur­gen­land­tour­née. Und ja, am kom­men­den Sams­tag steht schon das näch­ste Fest­mahl an (Wild, eh klar). Mag sich wer für ein Prak­ti­kum bewer­ben?

İmam bayıldı (geschmorte Melanzani mit Paradeiser-Zwiebel-Fülle)
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc

Gemüse, gut gefüllt: Zey­ti­nyağlı Doma­tes Dolması

Nach­dem die Wein­haue­rin und ich von unse­rem Besuch beim Frl. Kirsch­kom­pott zurück sind, gibt es heute wie ver­spro­chen das erste Rezept unse­rer Gezi-Park-Tour. Clau­dia Rodens gefüllte Para­dei­ser Zey­ti­nyağlı Doma­tes Dol­ması habe ich rela­tiv gerad­li­nig nach­ge­kocht. Aller­dings hatte ich statt der von ihr emp­foh­le­nen gro­ßen (Fleisch-)Paradeiser deut­lich klei­nere Exem­plare zur Ver­fü­gung. Als Teil einer Meze-Platte paßt das aber eh viel bes­ser, finde ich. Eine wei­tere Ver­än­de­rung: Ich habe den abtrop­fen­den Saft von den beim Aus­höh­len zurück­blei­ben­den Resten auf­ge­fan­gen und mit etwas Was­ser auf­ge­füllt zum Garen der Reis­fülle ver­wen­det.

Zey­ti­nyağlı Doma­tes Dol­ması (gefüllte Paradeiser)
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc