Die verschollene Salzzitrone

Gut zwei Wochen ist es her, da haben Katha­rina Sei­ser und ich zur gro­ßen Zitrus­pro­duk­te­ver­ko­stung gela­den. Ein Zitrus­fest der Super­la­tive, in allen Dimen­sio­nen. Elf ver­ko­stende Men­schen (neben Katha­rina und mir auch der Web- und Sän­ger­mei­ster, Sarah Satt, Nina Mohimi, Susi Tur­bo­h­aus­frau, Hanni Rütz­ler, Wolf­gang Rei­ter, Zitrus­gärt­ner Heimo Kar­ner sowie Dag­mar und Robert Gor­don) haben sich einen Abend lang mit 34 ver­schie­de­nen Zitrus­va­ria­tio­nen beschäf­tigt:

  • 1 × Limo­na­den-Limo­nade
  • 18 × Mar­me­lade (6 × Pome­r­an­zen, 5 × Meyer-Zitrone, 3 × Ber­ga­motte, 4 × Blon­d­o­range bzw. gemischt)
  • 1 × Ber­ga­mot­ten-Cedro-Sirup
  • 5 × Salz­zi­trus (3 × Meyer-Zitrone, 1 × „nor­male“ Zitrone, 1 × Ber­ga­motte)
  • 8 × Zitrus in Alko­hol (1 × Oran­gen­wein, 1 × Meyer-Zitro­nen-Liqueur, 1 × Kum­quat-Liqueur, 1 × Pome­r­an­zen-Liqueur, 1 × Meyer-Zitro­nen-Ansatz – fünf Pro­zent in Was­ser, 1 × Pome­r­an­zen­es­senz – ca. 3 Pro­zent und ca. 20 Pro­zent in Was­ser, 2 × Ber­ga­mot­ten-Liqueur)
  • 1 × kan­dierte Meyer-Zitro­nen­schale

Für einen detail­lier­ten Bericht natür­lich viel zu viel (wobei Susi das „Zit­rus­sen“ eh schon so schön schil­dert), daher will ich mich hier auf die Salz­zi­tro­nen beschrän­ken. Nach der aus­gie­bi­gen Mar­me­lade-Ses­sion hat­ten wir alle Gusto auf Pikan­tes, da kamen die ein­ge­sal­ze­nen Zitro­nen mit Susis Kicher­erb­sen­sa­lat als Beglei­tung gerade recht. Vier ver­schie­dene Salz­zi­tro­nen­re­zepte haben wir durch­pro­biert (und eben eine Ber­ga­motte). (Eigent­lich wären es sogar fünf Zitro­nen gewe­sen, aber eine Probe war uns ob ihres Aus­se­hens nicht ganz geheuer und wurde daher ent­sorgt.)

Alles erkannt? Nein? Geschmack­lich waren die Unter­schiede jeden­falls deut­li­cher als optisch.

  1. Meyer-Salz­zi­trone 2013 (nach dem unten beschrie­be­nen Rezept)
  2. Meyer-Salz­zi­trone (esskultur.at)
  3. Meyer-Zitrone in Salz­lake (Susi Tur­bo­h­aus­frau)
  4. Ber­ga­motte in Salz­lake (Susi Tur­bo­h­aus­frau)
  5. Salz­zi­trone nach „Citrus“ (Susi Tur­bo­h­aus­frau)

Meine eige­nen Salz­zi­tro­nen waren mir dann doch die lieb­sten (da fein wür­zig). Wobei ich die aus dem Hause ess­kul­tur auch sehr gern hatte. Bei­den gemein­sam das Grund­re­zept: Nur Salz, kein Was­ser und kein Über­brü­hen. Die Meyer-Zitrone in Salz­lake fand ich zu weich, die Salz­zi­trone nach dem Rezept aus Citrus erin­nerte uns alle über­ra­schen­der­weise an Essig­gur­kerl. Mit Susis Ber­ga­motte würde ich aber nicht so hart ins Gericht gehen wie sie selbst. Ja, pur ist Ber­ga­mot­ten­schale schon ziem­lich arg, aber feinst gehackt im Kicher­erb­sen­sa­lat hat sie durch­aus bella figura gemacht.

Irgend­wie kam das Gerücht auf, das Rezept für die gewürz­ten Salz­zi­tro­nen wäre ver­lo­ren­ge­gan­gen. Wahr ist viel­mehr, ich hatte nur mein klei­nes schwar­zes Büchl nicht mit bei der Ver­ko­stung! (Im Ber­ga­mot­ten-Cedro-Sirup war übri­gens auch keine Vanille, gell!) Nur damit das klar­ge­stellt ist Und Ehre, wem Ehre gebührt: Das „ver­schol­lene“ Rezept stammt aus einer Face­book-Unter­hal­tung mit Par­vin Razavi.


Hier noch ein paar Ein­drücke (inkl. des per­si­schen Hendls, das es gar nicht gibt).


Post Scriptum

Eigent­lich hätte die­ses Rezept schon am letz­ten #tier­frei­tag, das heißt am 11. Juli, erschei­nen sol­len. Weil da aber auch die Bio­rama fair fair mit einer span­nen­den Dis­kus­sion über „Sinn und Unsinn des Vege­ta­ris­mus“ statt­fand, hat sich die Ver­öf­fent­li­chung ein paar Tage ver­zö­gert. Viel mehr tier­freie Rezepte (hier ja doch eher die Aus­nahme) fin­det ihr auf Katha­ri­nas Sam­mel­stelle tierfreitag.com


Meyer-Salzzitronen

Glas mit Meyer-Salzzitronen und Gewürzen
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc
  • Vor­be­rei­tung: 30 Min.
  • War­te­zeit: 7 Tg.
  • Fer­tig in: 7 Tg. 0 Std. 30 Min.

Die­ses Salz­zi­tro­nen­re­zept wurde mir von Par­vin Razavi tra­diert.

Zutaten

Zubereitung

  1. Die Zitro­nen vier­teln, am unte­ren Ende aber nicht ganz durch­schnei­den. Die Zitro­nen jeweils mit einem Eßlöf­fel Salz „fül­len“ und mög­lichst eng in ein aus­ge­koch­tes Glas schlich­ten. Mit einem wei­te­ren Eßlöf­fel Salz bedecken. Eine Woche bei Zim­mer­tem­pe­ra­tur ste­hen las­sen. Das Glas dabei jeden Tag gut durch­schüt­teln.
    Aufgeschnittene Meyer-Zitronen mit Salz
    Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc
  2. Die Zitro­nen fest andrücken, damit mög­lichst viel Saft aus­tritt. Gewürze bei­ge­ben und gege­be­nen­falls mit Zitro­nen­saft auf­fül­len, damit alle Zitro­nen bedeckt sind. Mit etwas Oli­venöl die Ober­flä­che „ver­sie­geln“ und vor der Ver­wen­dung wei­tere vier bis sechs Wochen ste­hen las­sen. (Bei mir rei­fen und lagern die Zitro­nen im Kühl­schrank, an sich soll­ten sie sich aber auch bei Zim­mer­tem­pe­ra­tur hal­ten, sofern die Zitro­nen immer von Flüs­sig­keit bedeckt sind.)
    Meyer-Salzzitronen mit Zimt, Chili, Pfeffer und Lorbeerblatt
    Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc

Verwendung

  1. Salz­zi­trone mit einer sau­be­ren Gabel aus dem Glas fischen, gewünschte Menge abschnei­den (oft reicht eine halbe Zitrone oder sogar nur ein Vier­tel).
  2. Frucht­fleisch mit dem Mes­ser­rücken abscha­ben und ent­sor­gen (sehr sal­zig). Die Zitro­nen­schale unter flie­ßen­dem Was­ser abspü­len und je nach Ver­wen­dungs­art in Strei­fen oder Wür­fel schnei­den.
    Schale einer Meyer-Salzzitrone auf einem weißen Porzellanteller
    Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc

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Der Küchenmeister

<p>Der Küchen­meis­ter arbei­tet als Infor­ma­ti­ker und dilet­tiert in sei­ner Frei­zeit am Herd und Zir­ku­la­tor. Seit eini­gen Jah­ren gilt sein beson­de­res Inter­esse den moder­nen Küchentechniken.</p>

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