Der Küchenmeister arbeitet als Informatiker und dilettiert in seiner Freizeit am Herd und Zirkulator. Seit einigen Jahren gilt sein besonderes Interesse den modernen Küchentechniken.
Angeblich wurde oder wird das Wort „Rhabarber“ gerne im Theater- und Filmgeschäft verwendet, um die Lippenbewegungen und den Geräuschpegel eines angeregten Gesprächs zu simulieren, ohne durch tatsächlich verstehbare Gesprächsfetzen die eigentliche Handlung zu stören. Ob die Nebenbedeutungen „Unsinn“, „unverständliches Gemurmel“ von dieser Praxis oder doch direkt von der griechischen Wurzel barbaros abgeleitet sind, ist da schon fast nebensächlich. Fest steht: Der Rhabarber wird laufend verleumdet.
Was mit dazu beitragen mag: die klassische Zubereitungsmethode im deutschsprachigen Raum ist das Kompott.
Nachdem nun das Schlafdefizit vom letzten Wochenende halbwegs abgebaut ist (und auch meine Wohnung nur noch ganz leicht nach Fisch riecht, obwohl das Fest ja ganz woanders stattgefunden hat), wird es Zeit für einen kurzen Bericht. Auf eGullet läuft gerade ein hitziger Thread über People who just can’t get a meal ready on time und ich überlege, ob das für uns auch gelten würde. Ich meine, nur weil die Nachspeise selten vor Mitternacht serviert wird, sind wir doch nicht unpünktlich?
Die Weinhauerin und ich haben uns letzten Freitag schon zu Mittag getroffen, um Edelfische für den Hauptgang zu besorgen.
Von der Weinhauerin kam kürzlich der ungefragte Ratschlag, „mehr Bilder, weniger Text“. Eigentlich wollte ich ihn ja schon aus Prinzip nicht befolgen, aber da meine beiden Istanbul-Berichte bisher nur je einen Vor- und Nachmittag behandelt haben, bleibt mir fast nichts anderes übrig, wenn ich diese Woche noch zu unserem fischelnden Festmahl kommen möchte. Das chronologische Format hat also ausgedient, hier gibt’s nur noch thematisch gruppierte Bilder. (Und halt doch noch ein bisserl Text dazu, ganz kann ich’s nicht lassen.)
Armada Terrace
Ein Hotelrestaurant im dritten Stock (ja, in der Istanbuler Altstadt kann das noch ganz oben sein!) mit phänomenaler Aussicht auf die asiatische Seite der Stadt.
Den folgenden Eintrag habe ich kurz nach 16 Uhr begonnen, aber erst jetzt fertiggestellt. Wir sind mittlerweile nicht mehr vollkommen fahrtauglich, aber wohlgemut bei der Zubereitung des Desserts. Von ca. 8 Litern Bouillabaisse ist bei 13 Esserinnen und Essern ein knapper Liter übrig geblieben.
So, langsam wird die Zeit knapper: Um 18 Uhr sollen die Gäste kommen, wir sind aber noch nicht am Ort des Gelages eingetroffen. Im Moment warten wir gerade darauf, daß die zweimal gekochten Jakobsmuscheln nach dem ersten Durchgang im Eisbad auskühlen.
Eine gute Suppe beginnt mit einem gelungenen Fond, um einen Ausspruch eines immer wieder medial präsenten Expolitikers abzuwandeln. Genauer: Eine gute Fischsuppe beginnt mit einem gelungenen Fischfond.
Am kommenden Freitag steigt Teil IV unserer „Kochshow“, angesagt haben sich inklusive des kochenden Duos (die Weinhauerin und meine Wenigkeit) dreizehn Personen. Eine Bouillabaisse mit Wasser kommt nicht in Frage, also müssen sechs Liter Fischfond her. Ein Anruf bei Fisch Gruber am Naschmarkt: Ja, Weißfischkarkassen seien kein Problem und tiefgefroren in quasi beliebiger Menge vorrätig.
Das Babette’s ist wohl der netteste Kochbuchladen Wiens. Seit nunmehr zehn Jahren versorgt das Team um Nathalie Pernstich Kochbuch-Junkies wie mich mit dem neuesten Stoff. Auch wenn ich mich bei englischen Buchtiteln manchmal den ökonomischen Zwängen beuge und beim sattsam bekannten Internet-Buchversender bestelle: Weder bzgl. Sachkenntnis noch Charme hat der ein Leiberl gegen das Babette’s. Und wenn man sich wieder einmal Bücherneukaufentzug verordnet hat, gibt es trotzdem einen, nein zwei gute Gründe hinzuschauen.