WTF – Where’s the Food(camp)?

Blick ins Publikum während der Begrüßung beim Foodcamp Vienna 2013
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc
Nach den vie­len tol­len Foto­se­rien und Reviews über das Food­camp 2013 die schon Tags dar­auf auf den diver­sen Food­blogs zu lesen bzw. zu sehen waren (z.B. bei The Ste­pford Hus­band oder Gold­schwarz), hier nun ein klei­ner Rück­blick aus „New­bie“-Sicht – war ich zum einen am 1. Food­camp nicht zuge­gen und zum ande­ren bin ich selbst ja doch mehr Gärtnerin als Köchin. Nichts­de­sto­trotz war das Food­camp 2013 für mich ein inter­es­san­tes Erleb­nis mit durch­aus so eini­gen brauch­ba­ren Infos, die den Küchen­all­tag schö­ner machen.

Zunächst ein­mal war das Pro­gramm eine Über­ra­schung. Die Titel der ein­zel­nen Ses­si­ons und die Namen der­je­ni­gen die sie hiel­ten waren zwar bekannt, doch die Uhr­zei­ten blie­ben bis zum Beginn der Ver­an­stal­tung geheim. Obwohl ich das durch­aus zwecks Span­nung und even­tu­el­ler Unter­brin­gung etwai­ger spon­ta­ner Ses­si­ons ver­ste­hen kann, ver­langt dies von der geneig­ten Teil­neh­me­rin am Beginn eine rasche Ent­schei­dung, wel­che Ses­sion man im Falle einer Über­schnei­dung zweier inter­es­san­ter lie­ber besu­chen möchte … 

Der Session-Plan des Foodcamp Vienna 2013
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc

Salatpflänzchen
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Das trat auch in mei­nem Falle ein, denn gleich in der Früh fan­den die Ses­si­ons „Curry, Curry, Curry“, „Urban Gar­de­ning – mehr Grün ins Leben“ und noch eine zu einem ernäh­rungs­tech­ni­schen Thema (deren Titel mir im Moment ent­fal­len ist) alle zur sel­ben Zeit statt. Zum Glück hatte ich mir die­sen Fall zuvor über­legt und mich dann rela­tiv schnell – nomen est omen – für die Gar­ten-Ses­sion von Green Rab­bit ent­schie­den. (Info­tech­ni­sch prak­ti­sch war dass der Küchen­mei­ster inzwi­schen den Curry-Work­shop besuchte.) Eine nette Über­ra­schung zu Beginn des Vor­trags: Auf jedem Ses­sel lag ein Salat­pflan­zerl als Goo­die für die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer (nach einer klei­nen Dur­strecke wurde sel­bi­ges mitt­ler­weile bei mir daheim schon ins Beet gesetzt). Lei­der gab es jedoch Pro­bleme mit der Tech­nik, wel­ches eine erheb­li­che Zeit­ver­zö­ge­rung ver­ur­sachte, ehe die Vor­tra­gende schließ­lich ohne die vor­be­rei­tete Prä­sen­ta­tion begann. Grund­sätz­lich ist so etwas ja nicht so schlimm – es war jedoch schade, weil schon um 11 Uhr die näch­ste Ses­sion anfing, die ich unbe­dingt besu­chen wollte (Zitrus­kunde mit Katha­rina Sei­ser von esskultur.at). Somit gab es die Bal­kon­pflan­zen­tipps (zumin­dest für mich) lei­der nur in sehr ver­kürz­ter Ver­sion. Man merkte auch dass die Vor­tra­gende eigent­lich noch viel mehr erzäh­len wollte, aber vie­les kür­zen mus­ste, da zu wenig Zeit blieb. Even­tu­ell wäre es hier bes­ser gewe­sen ein­fach ohne Bild­ma­te­rial anzu­fan­gen, anstatt län­ger zu pro­bie­ren, ob die Tech­nik doch noch mit­spielt …

Katharina Seiser präsentiert eine Riesenzitrone
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc
Gregor Fauma
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc
Nach der zwei­ten Ses­sion „Der Geschmack von Zitrus“ inklu­sive Ver­ko­stung, wel­che eines der High­lights des Tages war (davon folgt ein aus­führ­li­ches Review im näch­sten Blog­ein­trag des Küchen­mei­sters), ent­schied ich mich für die Ses­sion „Die per­fekte Gastro­kri­tik“. Diese wurde von Gre­gor Fauma (bekannt von speising.net und der Kolumne „Fauma & Flora“ auf derstandard.at) gelei­tet und unter­schied sich von so eini­gen ande­ren in jener Hin­sicht, dass hier der Haupt­teil die Dis­kus­sion – und weni­ger der Vor­trag selbst – war. Es gab von Gre­gor Fau­mas Seite einen kur­zen Input und Fra­ge­stel­lun­gen und danach folg­ten Mei­nun­gen der Zuhö­re­rin­nen und Zuhö­rer, wel­che Punkte Bestand­teil einer gelun­ge­nen Gastro­kri­tik sein sol­len. Hier wur­den z.B. Art des Lokals (wel­che Küche), Preis­ka­te­go­rie, Ambi­ente und Sau­ber­keit des Lokals erwähnt. Wei­test­ge­hend einig waren sich die Teil­neh­men­den, dass sie lie­ber sub­jek­tive Kri­tik von Freun­din­nen und Freun­den bzw. von Blog­ger­kol­le­gin­nen und –kol­le­gen lesen und dabei immer unter dem Blick­punkt, dass es eine sub­jek­tive Mei­nung ist, als Kri­ti­ken, die in Tages­zei­tun­gen erschei­nen, unter der Annahme dass diese objek­tiv sein sol­len.

Filterkaffee von Coffee Circle
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc
Kaffee machen mit der AeroPress
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc
Eine dritte Ses­sion die ich hier noch her­aus­he­ben möchte war die Prä­sen­ta­tion „Das Come­back des Fil­ter­kaf­fees“ von Cof­fee Cir­cle, einem jun­gen Unter­neh­men aus Ber­lin. Fil­ter­kaf­fee hatte ja jah­re­lang kein so gutes Image und es wurde die­sem Getränk im Kon­trast zu Espresso, Latte Mac­chiato & Co. etwas Alt­mo­di­sches ange­haf­tet – nun scheint er sich jedoch wie­der stei­gen­der Beliebt­heit zu erfreuen. Bei mir ist er jeden­falls seit Jah­ren das Früh­stücks­ge­tränk der Wahl. Und in der Ses­sion von Cof­fee Cir­cle wurde vor­ge­führt wie man ihn rich­tig zube­rei­tet – inklu­sive aller­lei Gad­gets die das Kaf­fee­lieb­ha­be­rIn­nen­herz höher schla­gen las­sen. Am besten mun­dete (mir jeden­falls) der „Yir­ga­cheffe“, eine mild-wür­zige Vari­ante aus dem Sor­ti­ment von Cof­fee Cir­cle. Diese war für mich, obwohl ich eigent­lich kei­nen Kaf­fee ohne Milch trinke, sogar schwarz trink­bar. Vor der Ver­ko­stung wurde auch ein kur­zer Film über die Zusam­men­ar­beit mit den Kaf­fee­bäue­rin­nen und –bau­ern und die sozia­len Pro­jekte die Cof­fee Cir­cle in der Region initi­iert (Austat­tung von Schu­len, etc.), gezeigt.

Multi-Dampfgarer von AEG
Bild: Der Küchenmeister | mnd.sc
Und was wäre ein Food­Camp ohne Essen – die Ver­pfle­gung, Früh­stück und Lunch, letz­te­res fri­sch zube­rei­tet in der vor Ort auf­ge­bau­ten AEG-Küche mit Sous-Vide-Gerät und Dampf­ga­rer war sehr gut. Neben Tor­tel­lini (die aller­dings schon aus waren als ich dazu kam, mir etwas zu holen) und Gemü­se­r­i­sotto gab es rosa gebra­te­nes Rind mit Erd­äp­feln und – pas­send zur Sai­son – gebra­te­nem wei­ßem und grü­nem Spar­gel. Zu guter Letzt gab es noch eine super­ge­niale goo­die bag, die der Küchen­mei­ster und ich uns auf­teil­ten. Ent­hal­ten waren u.a. ein Stab­mi­xer von AEG, eine Kost­probe des „Yirgacheffe“-Kaffees, diver­ses Back­zu­be­hör sowie Sup­pen- und Tee-Pro­be­packun­gen von Son­nen­tor. Beim näch­sten Food­camp sind wir bestimmt wie­der dabei!
Kaffee, Postkarten, Kräutertees
Bild: Die Gärt­ne­rin | mnd.sc

Die Gärt­ne­rin

Eva ist diplomierte Sprachwissenschafterin und begeisterte Hobbygärtnerin. Neben der Aufzucht von diversen Chili-Sorten gilt ihre besondere Aufmerksamkeit der Pflege feiner Küchenkräuter und exotischer Zimmerpflanzen - wenn sich beides vereinen lässt wie bei Kardamom, umso besser.

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3 Kommentare

  • Gravatar-Profilbild von SebastianSebastian schrieb:

    Die Fil­ter­kaf­fee­sa­che finde ich inter­es­sant. Könnt ihr eine der gete­ste­ten Zubrei­tungs­ar­ten beson­ders emp­feh­len?

  • Die Gärt­ne­rin schrieb:

    Hallo Doc
    also von den Sor­ten kann ich den „Yir­gacheffe“ emp­feh­len – von den Zube­rei­tungs­ar­ten her kann ich jetzt geschmack­lich kei­nen gro­ßen Unter­schied defi­nie­ren, aber ev. kann der Küchen­mei­ster was dazu sagen …?

  • Also ich bin auch nicht so der Fil­ter­kaf­fee­spe­zia­list, aber mit der Espro­Press (hab ich mir eigent­lich zum Fil­tern von Fond ange­schafft) geht das ganz gut. Mit (viel) Milch ist’s egal, aber pur schmeckt mir Espresso ein­fach bes­ser.

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