Foodcamp 2014 – Ein Klassentreffen

Zwei Körbe mit Kräutern und eine Schüssel mit Obst und Gemüse unter einer violetten Lampe
Bild: Die Gärt­ne­rin | mnd.sc

Nach dem Food­camp 2013 und dem Baking Ate­lier letz­ten Herbst war ich ja nun nicht mehr ganz New­bie und hatte mich schon auf eine Spon­tan­aus­wahl der Ses­si­ons vor Ort ein­ge­stellt. Auf­grund Teil­neh­me­rIn­nen­zahl­be­schrän­kung bei den prak­tisch ori­en­tier­ten Work­shops muß­ten dann zwei Wahl­mög­lich­kei­ten im Vor­hin­ein genannt wer­den – ich bekam hier die Wunsch-Ses­sion „Es gibt Reis, Baby!“ mi Par­vin Razavi von Thx4cooking zuge­teilt. Da jemand bei der Ses­sion „Wein­sen­so­rik“ am Nach­mit­tag aus­fiel, hatte ich Glück und konnte so einen zwei­ten Wahl-Work­shop besu­chen. Der Küchen­mei­ster hielt auch die­ses Jahr wie­der selbst einen Work­shop aus dem Gebiet der mole­ku­la­ren Küche; dies­mal mit dem Titel Sphe­ri­fi­ca­tion for fun & pro­fit. Ver­an­stal­tungs­ort war wie­der das Palais Sans Souci, das sich in puncto Optik und Funk­tio­na­li­tät bewährt hatte. Auch die­ses Mal hat­ten Dani Terbu und Nina Mohimi von der Coo­li­nary Society als Ver­an­stal­te­rin­nen keine Mühen gescheut (zwei Küchen wur­den z.B. extra auf­ge­baut), um ein gelun­ge­nes Event auf die Beine zu stel­len.

Nach der Eröff­nung und einem reich­hal­ti­gen Früh­stück star­te­ten kurz nach 10 Uhr die ersten Ses­si­ons – und Par­vin Razavi prä­sen­tierte ihre ganze Exper­tise in Sachen per­si­sche Reis­ge­richte. Die Anwen­dung des im Volks­mund oft geschmäh­ten Reis­ko­chers („Für wos braucht ma sowas?“) wurde von ihr gekonnt demon­striert und erläu­tert, ebenso natür­lich die Unter­schiede bei der Reis­zu­be­rei­tung für bestimmte Gerichte. Wäh­rend­des­sen durf­ten die Teil­neh­me­rIn­nen bei ein­zel­nen Schrit­ten auch selbst aktiv wer­den, z.B. beim Sau­boh­nen­ein­wei­chen und -schä­len. Wei­tere ver­wen­dete Zuta­ten waren übri­gens Safran, Ber­be­rit­zen, Rosi­nen, Pista­zien und Erd­äp­fel. Im Anschluß wur­den die Reis­ge­richte zusam­men mit dem Curry aus Jür­gen Liech­ten­eckers obli­ga­ter Curry-Ses­sion kol­lek­tiv im Rah­men des Mit­tag­essens ver­zehrt. Zube­rei­tungs­de­tails sind bei mir auf­grund man­geln­der Noti­zen lei­der nicht hän­gen­ge­blie­ben – da hoffe ich noch auf einen Ein­trag auf Par­vins Blog (bzw. auf „dop­pelt schmeckt bes­ser“ – Jür­gen Has­lauer sah ich flei­ßig ins Notiz­buch krit­zeln).

Meine unver­hoffte Nach­mit­tags­ses­sion war wie erwähnt der Wein­sen­so­rik-Work­shop von Sarah Kro­bath und Katha­rina Kori­nek von Wine & Part­ners. Am Fach des Som­me­liers bzw. der Som­me­lière haf­tet ja der popu­lä­ren Mei­nung nach etwas Schnö­sel­haf­tes – und genau die­sen Fak­tor woll­ten Sarah und Katha­rina in ihrem Work­shop eli­mi­nie­ren. Mei­ner Mei­nung nach ist ihnen das wirk­lich gelun­gen, indem sie die Hin­ter­gründe auf­zeig­ten, wie es mög­lich ist, ver­schie­dene Aro­men zu erken­nen. Um sich bestimmte Basis­aro­men zuvor ein­zu­prä­gen, wur­den sel­bige in ein­zel­nen Glä­sern mit bil­li­gem „Basis­wein“ gemischt – z.B. getrock­nete Rose, Erd­beer­mar­me­lade, Cas­sis, Rote Beere, Zitro­nen­schale, Honig, schwar­zer Pfef­fer oder Pas­si­ons­frucht. Nun wur­den wir Teil­neh­me­rIn­nen ange­lei­tet, uns „durch­zu­rie­chen“, um dann zu ver­su­chen, aus je fünf hoch­wer­ti­gen Rot- und Weiß­wei­nen die jewei­li­gen Aro­men zu erken­nen. Das erwies sich als gar nicht so leichte Auf­gabe, ich z.B. habe von zehn Mög­lich­kei­ten nur drei rich­tig erkannt (und ande­ren ging es da auch nicht viel bes­ser). Ins­ge­samt war es ein inter­es­san­ter Work­shop, der eine oft abge­ho­ben wir­kende Mate­rie anschau­lich und zugäng­lich gestal­tete! Neben den Work­shops mit Anmel­dung gab es auch eine Anzahl an open ses­si­ons – und natür­lich eine Ter­min­über­schnei­dung . Eigent­lich hätte ich Katha­rina Sei­sers Vor­trag über das Hand­werk des Koch­buch­schrei­bens besucht – da fand jedoch zeit­gleich die Reis-Ses­sion statt. Zum Glück hat der Küchen­mei­ster „Katha­rina der Gro­ßen“ zuge­hört. Vor der Wein­sen­so­rik-Ses­sion am Nach­mit­tag war noch Zeit, um beim Vor­trag „Law & Order für Foo­dies“ vor­bei­zu­schauen, wo von der Rechts­an­wäl­tin Katha­rina Braun für Food­blog­ger­In­nen wich­tige Infor­ma­tio­nen wie Impres­sums­pflicht und Bild­ver­wen­dungs­vor­aus­set­zun­gen erläu­tert wur­den. Gegen Ende kam ich auch noch zur Ver­ko­stung des selbst­ge­mach­ten Tofu, der im gleich­na­mi­gen Work­shop ent­stan­den war.

Die Ver­pfle­gung abseits der in den Ses­si­ons ent­stan­de­nen Gerichte war auch die­ses Jahr wie­der sehr fein – es gab u.a. Zucker­erb­sen-Was­abi-Suppe und gebra­tene Tofu­bäll­chen auf Oran­gen-Fen­chel-Mari­nade. Dane­ben gab es Zahl­rei­ches zu Ver­ko­sten, wie z.B. ver­schie­dene Öle von Fand­ler, Mar­me­la­den von Zero Waste Jam, Schin­ken von Porcella und ver­schie­dene Gemü­se­pe­sti, z.B. gelbe Rübe, rote Rübe oder Kür­bis, sowie drei Sor­ten Gemüse-Obst-Säfte (Apfel, Apfel-Karotte, Apfel-Rote Rübe) vom Bio­hof Ada­mah. Vor­bild­lich war, daß übrig­ge­blie­bene Lebens­mit­tel nach der Ver­an­stal­tung an die „Gruft“ (eine Obdach­lo­sen­ein­rich­tung der Cari­tas) gespen­det wur­den (auch eine Geld­spen­den­box gab es). Das Socia­li­zing unter Food­blog­ger­In­nen kam natür­lich wie­der nicht zu kurz – unter ande­rem ver­kup­pelte führte ich meine Gra­zer Kol­le­gin Frau Win­ter­spross und die Zwer­gen­prin­zes­sin zusam­men. Und auch sonst waren wie­der viele bekannte Gesich­ter der Wie­ner Foo­die-Szene anwe­send, neben Katha­rina Sei­ser auch der Ste­pford Hus­band, Frau Chef­babe, oder Alex­an­dra Palla, die einen Aus­blick auf den dies­jäh­ri­gen Food­blog-Award gab. Hier ist mir als Lin­gu­istin mit Bewußt­sein für geschlech­ter­ge­rechte Spra­che auf­ge­fal­len, daß sie bei­spiels­weise nur von „Gewin­nern“ sprach – also nur die männ­li­che Form ver­wen­dete. Da aber die – gefühlte, auch nach den Teil­neh­me­rin­nen am Food­camp – Mehr­heit der Food­blogs von Frauen betrie­ben wird, wer­den wohl dem­zu­folge auch einige Gewin­ne­rin­nen dabei sein. Von „Gewin­ne­rin­nen und Gewin­nern“ zu spre­chen wäre hier defi­ni­tiv ange­bracht gewe­sen (und ganz grund­sätz­lich sind geschlech­ter­ge­rechte Bezeich­nun­gen sowieso immer ange­bracht).

Fool, Biorama, Weinaromenkarte, Meinl-Kaffee, Popkorn, Joya Reis-Haselnuß, Adamah-Pesto, Pfefferproben von Die Pfefferei, Marmeladen von Zero Waste Jam
Bild: Die Gärt­ne­rin | mnd.sc

Die dies­jäh­rige Goodie­bag über­traf wie­der alle Erwar­tun­gen, denn sie ent­hielt u.a. eine Phi­lips „Airfryer“-Friteuse, eine Packung „Alpen­lachs, eine Kaf­fee­kost­probe von Meinl, einen email­lier­ter Schöpf­löf­fel von Riess, ein „Kostbar“-Pfefferprobenpackerl und so eini­ges mehr. Dazu konnte ich u.a. noch ein übrig­ge­blie­be­nes FOOL-Maga­zin mit­neh­men. Noch­ein­mal vie­len Dank, an das Orga­ni­sa­ti­ons­team sowie an alle Hel­fer­lein – wir freuen uns schon jetzt auf das näch­ste Food­camp!


Die Gärt­ne­rin

<p>Eva ist diplomierte Sprachwissenschafterin und begeisterte Hobbygärtnerin. Neben der Aufzucht von diversen Chili-Sorten gilt ihre besondere Aufmerksamkeit der Pflege feiner Küchenkräuter und exotischer Zimmerpflanzen - wenn sich beides vereinen lässt wie bei Kardamom, umso besser.</p>

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