When I was last in Holborne:
I saw good strawberries in your garden there,
I doe beseech you send for some of them.

William Shakespeare: Richard III

Mitbringsel aus der Weststeiermark

Fragt man Kin­der nach ihrem Lieb­lings­obst, ste­hen die saf­ti­gen roten Erd­bee­ren oft ganz oben in der Hit­li­ste. Und genau so eine Kind­heits­er­in­ne­rung bekam die Gärtnerin heute aus der West­stei­er­mark mit­ge­bracht. Nach der lan­gen Zeit ohne lokal ange­baute fri­sche Früchte sind die ersten Erd­bee­ren im Mai immer etwas Beson­de­res – kein Ver­gleich zu impor­tier­ten, trocke­nen und geschmacks­neu­tra­len Erd­bee­ren aus Süd­eu­ropa oder Über­see. Nichts gegen die erwähn­ten Anbau­orte – sie lie­fern sehr feine exo­ti­sche Früchte, die hier­zu­lande über­haupt nicht wach­sen. Aber bei Erd­bee­ren im Win­ter, da denkt jeder bewusst ein­kau­fende Mensch nach: Ist der (nicht vor­han­dene) Geschmack den CO2-Aus­stoß wirk­lich wert? 

Erdbeeren aus der Weststeiermark
Bild: Die Gärt­ne­rin | mnd.sc
Bota­nisch gese­hen ist die Erd­beere ja keine Beere, son­dern gehört zu den Sam­mel­nuss­früch­ten. Kurios ist für mich als Stei­re­rin, dass die groß­fruch­tige Gar­ten­erd­beere im Raum Wien auch unter der Bezeich­nung „Ana­nas“ bekannt ist. Und dann gibt es da ja auch noch die Sorte mit dem Namen „Ana­na­serd­beere“, die helle Früchte mit roten Nüss­chen hat.

Die aktu­el­len Exem­plare stam­men vom Feld eines Land­wirts in der Nähe von Stainz. In die­ser Gegend sieht man ab Früh­jahr, wenn man durch die klei­nen Orte Rich­tung Deutsch­lands­berg fährt, diverse Schil­der an Hof­ein­fahr­ten mit den jeweils ange­bo­te­nen bäu­er­li­chen Pro­duk­ten, meist Kernöl, Eier und Obst. Eine gute Gele­gen­heit hier zuzu­schla­gen, beson­ders bei letz­te­rem.

Eigent­lich ist das auf dem Foto ja nur mehr etwa die Hälfte der gekauf­ten Menge – der Rest wurde bereits ver­zehrt. Und es bewahr­hei­tet sich wie­der mal: Lokal wäh­rend der Sai­son zu kau­fen, ist fast immer bes­ser – sowohl für die Geld­börse wie für den Genuss. Dann schmecken die saf­ti­gen roten Früchte auch wie­der, wie sie in der Kind­heit immer geschmeckt haben. 


Die Gärt­ne­rin

Eva ist diplomierte Sprachwissenschafterin und begeisterte Hobbygärtnerin. Neben der Aufzucht von diversen Chili-Sorten gilt ihre besondere Aufmerksamkeit der Pflege feiner Küchenkräuter und exotischer Zimmerpflanzen - wenn sich beides vereinen lässt wie bei Kardamom, umso besser.

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