Das war die Vienna Design Week 2013

Ich soll mei­nen „inne­ren food nerd“ öfter am Blog spie­len las­sen, wurde mir kürz­lich aus beru­fe­nem Munde gera­ten. Keine schlechte Emp­feh­lung ange­sichts mei­ner nicht wirk­lich rasant stei­gen­den Bei­trags­zahl. Allein die Umset­zung macht (im Kopf!) mehr Pro­bleme als man auf den ersten Blick ver­mu­ten würde. In puncto food nerd­ness ist ja immer noch Dave Arnold mit sei­nem Blog Coo­king Issues mein gro­ßes Vor­bild – und gegen des­sen Aktua­li­sie­rungs­rate ist das hier gera­dezu tages­ak­tu­elle Bericht­erstat­tung. OK, Dave hat auch noch eine wöchent­li­che Radio­sen­dung (anhö­ren!)

Schon län­ger geplant, aber end­lich umge­setzt: ein neuer look für Bil­der­ga­le­rien. Damit erhält nun zumin­dest mein inne­rer Pho­to­graph mehr Aus­lauf. Eigens dafür gibt es die neue Rubrik „Schau­stücke“ für food porn und andere opti­sche Reize. Wie der Name schon sagt, wenig Text, keine Rezepte, dafür um so mehr Bil­der.

Den Start macht der Rück­blick auf die Vienna Design Week, die heuer vom 27. Sep­tem­ber bis zum 6. Okto­ber statt­fand. Ich hätte bei design jetzt nicht unbe­dingt sofort an Essen und Trin­ken gedacht, aber es gab erstaun­lich viele Ver­an­stal­tung mit kuli­na­ri­schem Bezug. Einige konnte ich pho­to­gra­phisch beglei­ten. Viel Spaß! 

RoughCutHall – Die Eröffnung

Den Anfang machte Alex­an­dra Palla mit ihrer Rough­Cut­Hall – eine alte Indu­strie­halle wurde für eine Woche in eine Mischung aus Greiß­le­rei und show­room ver­wan­delt. Mit dabei waren unter ande­rem Sofia Podreka und Kat­rin Rada­nitsch (Dot­tings) mit ihren Email-Arbei­ten für Riess (man beachte die Lam­pen!). Schin­ken und Wür­ste von Roman Thum, Schnecken von Andreas Gugu­muck. Was fehlte da noch? Wolfs­bräu-Bier aus der Buck­li­gen Welt und vapo­ri­sier­ter Wein, kre­denzt von Julia Kai­sin­ger. Die Punsch­krap­fen in Par­tei­far­ben zur Natio­nal­rats­wahl stamm­ten übri­gens von Demel und waren weit schmack­haf­ter, als die Far­ben sug­ge­rier­ten.

Es gibt Fleisch, Baby

Vera Wie­der­mann (MOA) lud die Woche über ins „Recy­cling Restau­rant Bio­mat“ in den Räum­lich­kei­ten des Aro­mat ein. Am Don­ners­tag erzählte Hanni Rütz­ler beim Meat & Eat über den in vitro bur­ger wäh­rend Wolf­gang Rei­ter uns mit Fleisch abseits des Main­stream bekochte: Ter­rine aus den „uned­len“ Tei­len des Schweins (Bauch­fleisch!), Nie­ren mit Fei­gen und vom Hen­del „nur“ die Haxerl. Die Nach­speise aller­dings ohne Fleisch aus: Birne und Zwetschke, jeweils gefüllt mit sich selbst (in gefro­re­ner Form). 

Heimchen am Herd und vaporisierter Wein

Am Sams­tag ging es dann zurück in die Rough­Cut­Hall zum gro­ßen Auf­tritt Katha­rina Unger (per Video-Bot­schaft) und Julia Kai­sin­ger (vor Ort). In vir­tu­el­ler Dop­pel–Con­fé­rence prä­sen­tier­ten sie ihre Pro­jekte „Farm 432″ und „Phora“.

Ethisch ver­tret­bare Mas­sen­tier­hal­tung? Bei der Zucht von Insek­ten­lar­ven kein Pro­blem. Die Lar­ven der schwar­zen Sol­da­ten­fliege „ern­ten“ sich sogar selbst, in dem sie über eine Rampe in einen Becher klet­tern. Nach­dem die große Hürde im Kopf über­wun­den ist, schmecken die Lar­ven erstaun­lich unauf­fäl­lig – eher func­tio­nal food als kuli­na­ri­sches Erleb­nis. Daß aber auch Insek­ten durch­aus wohl­schmeckend sein kön­nen, bewies Karl Schnei­der (im Zivil­be­ruf bei der Ölmühle Fand­ler tätig – die Welt ist halt klein) mit sei­nen sau­tier­ten Gril­len. Anders als befürch­tet waren die Heim­chen zwar durch­aus knackig, aber ohne grä­ten­ar­tige Chi­t­in­teile (bei Heu­schrecken soll das anders sein). So könnte man das durch­aus wie­der pro­bie­ren!


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Der Küchenmeister

Der Küchen­meis­ter arbei­tet als Infor­ma­ti­ker und dilet­tiert in sei­ner Frei­zeit am Herd und Zir­ku­la­tor. Seit eini­gen Jah­ren gilt sein beson­de­res Inter­esse den moder­nen Küchentechniken.

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